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Haarausfall unter der Abnehmspritze: wie häufig er ist, woher er kommt und was bei Mounjaro, Wegovy und Ozempic hilft

Mehr Haare in der Bürste seit dem Start mit der Spritze? Hier steht, wie oft Haarausfall unter GLP-1-Medikamenten wirklich vorkommt, warum meist ein vorübergehendes telogenes Effluvium dahintersteckt, was die neuen Daten zu Kopfhaut und Nägeln zeigen und wann du ärztlichen Rat brauchst.

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Kurzantwort

Haarausfall unter der Abnehmspritze ist eine bekannte und meist vorübergehende Nebenwirkung. Hinter ihm steckt in der Regel ein telogenes Effluvium: Nach schnellem Gewichtsverlust wechseln viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase und fallen einige Monate später aus. In den Zulassungsstudien betraf das etwa 3 bis 5 von 100 Behandelten. Wichtig ist, genug Eiweiß zu essen, Auslöser wie Eisenmangel ärztlich prüfen zu lassen und die Therapie nicht eigenmächtig abzusetzen.

Haarausfall unter der Abnehmspritze: die wichtigsten Fakten zuerst

Haarausfall unter der Abnehmspritze tritt bei einem kleinen Teil der Behandelten auf, häufiger bei Frauen und bei schneller Abnahme. Meist handelt es sich um ein telogenes Effluvium, also ein vorübergehendes Ausdünnen über den ganzen Kopf. Die Haarwurzeln bleiben dabei erhalten, deshalb wachsen die Haare in aller Regel wieder nach.

Wer seit ein paar Monaten Mounjaro, Wegovy oder Ozempic nimmt und plötzlich mehr Haare im Abfluss findet, erschrickt oft. Haarausfall unter der Abnehmspritze ist trotzdem kein seltenes Einzelschicksal, sondern eine bekannte Begleiterscheinung. Das ist verständlich, denn Haare gehören für viele Menschen zum Selbstbild. Die gute Nachricht vorweg: In den großen Studien hängt der Haarausfall eng mit der Gewichtsabnahme zusammen, und in den Zulassungsstudien hat ihn niemand als Grund genannt, die Behandlung abzubrechen.[1]

Warum das Thema gerade so viele beschäftigt

Lange gab es zu Haaren unter GLP-1-Medikamenten vor allem Erfahrungsberichte. 2026 sind gleich zwei neue Datensätze dazugekommen: eine große Auswertung von Patientenakten im Fachjournal BMJ und eine Befragung, die auf dem Dermatologie-Kongress EADV vorgestellt wurde.[3][6] Beide zeigen ein ähnliches Bild, messen aber sehr Unterschiedliches. Damit du die Schlagzeilen über Haarausfall unter der Abnehmspritze einordnen kannst, gehen wir die Zahlen Schritt für Schritt durch und übersetzen sie in Alltagssprache.

Wie häufig ist Haarausfall bei Mounjaro, Wegovy und Ozempic?

In den Zulassungsstudien zur Gewichtsreduktion berichteten unter Tirzepatid, dem Wirkstoff von Mounjaro, 4 bis 5 von 100 Behandelten von Haarausfall, unter Placebo 1 von 100. Unter Semaglutid, enthalten in Wegovy und Ozempic, waren es 3 von 100 gegenüber 1 von 100. Frauen waren deutlich häufiger betroffen als Männer.

Was die Zulassungsstudien zeigen

Die US-Fachinformationen listen Haarausfall als Nebenwirkung, die unter dem Medikament häufiger auftrat als unter einem Scheinmedikament.[1][2] Für Haarausfall bei Mounjaro beziehungsweise dessen Wirkstoff Tirzepatid nennt die Fachinformation außerdem einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern und hält ausdrücklich fest, dass der Haarausfall mit der Gewichtsreduktion zusammenhing.[1]

Haarausfall in den Zulassungsstudien zur Gewichtsreduktion (US-Fachinformationen)
GruppeAnteil mit Haarausfall
Placebo (Tirzepatid-Studien)1 %
Tirzepatid 5 mg / 10 mg / 15 mg5 % / 4 % / 5 %
Frauen unter Tirzepatid7,1 %
Männer unter Tirzepatid0,5 %
Placebo (Semaglutid-Studien)1 %
Semaglutid 2,4 mg (Wegovy)3 %

Was das bedeutet: Von 100 Menschen, die die Spritze zur Gewichtsreduktion bekommen, bemerken also etwa drei bis fünf einen Haarausfall, den sie als Nebenwirkung melden – bei Placebo ist es einer. Die Studien erfassen allerdings nur, was Teilnehmende von sich aus berichten. Sie sagen nichts darüber, wie stark der Haarausfall war und wie lange er dauerte.

Was eine große Studie aus dem BMJ ergänzt

Im Juli 2026 erschien im BMJ eine Auswertung von Patientenakten aus einem US-Universitätsklinikum. Verglichen wurden Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, die neu mit einem GLP-1-Medikament oder mit einem anderen Diabetesmittel begannen: 12.004 GLP-1-Anwenderinnen und -Anwender standen 15.221 Menschen mit einem SGLT-2-Hemmer gegenüber, in einem zweiten Vergleich 11.964 Menschen mit GLP-1 und 11.233 mit einem DPP-4-Hemmer.[3] Ärztlich dokumentierter Haarausfall war unter GLP-1 um 37 Prozent häufiger als unter SGLT-2-Hemmern und um 68 Prozent häufiger als unter DPP-4-Hemmern.[3]

Was das bedeutet: „37 Prozent mehr“ klingt dramatisch, ist aber ein relativer Wert. In absoluten Zahlen ging es um 6,91 statt 5,04 Fälle pro 1.000 Personenjahren.[3] Anders gesagt: Wenn 1.000 Menschen ein Jahr lang behandelt werden, bekommen unter GLP-1 knapp zwei mehr die Diagnose Haarausfall als unter dem Vergleichsmittel. Die Autorinnen und Autoren bezeichnen das absolute Risiko deshalb als niedrig. Die Studie gilt nur für Menschen mit Typ-2-Diabetes und erfasst nur Haarausfall, der in der Akte notiert wurde.

Warum die Zahlen so unterschiedlich ausfallen

In der EADV-Befragung von 2026 gab rund die Hälfte der GLP-1-Anwenderinnen und -Anwender ungewöhnlich starken Haarausfall an.[6][8] Zwischen 3 bis 5 Prozent und 50 Prozent liegen Welten. Der wichtigste Grund ist die Art der Erfassung: In Zulassungsstudien zählt nur, was spontan gemeldet wird, in einer Befragung wird gezielt nachgefragt. Wer konkret nach Haaren gefragt wird, erinnert sich eher an ein paar Wochen mit mehr Haaren in der Bürste. Beide Zahlen sind also richtig, sie messen nur etwas anderes.

Telogenes Effluvium: warum die Haare nach dem Abnehmen ausfallen

Beim telogenen Effluvium wechseln nach einer starken Belastung für den Körper, etwa schnellem Gewichtsverlust, sehr wenig Eiweiß oder Eisenmangel, viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase. Ausgefallen sind sie dann typischerweise rund drei Monate später. Weil die Haarwurzeln erhalten bleiben, bildet sich diese Form des Haarausfalls meist von selbst zurück.

Der Haarzyklus, einfach erklärt

Jedes Haar durchläuft Phasen: Es wächst über Jahre, geht dann in eine Übergangs- und schließlich in eine Ruhephase, an deren Ende es ausfällt und ein neues nachwächst. Normalerweise sind die Haare auf dem Kopf zeitlich verteilt in diesen Phasen, deshalb merkt man den täglichen Verlust kaum. Gerät der Körper unter Druck, schickt er viele Haare auf einmal in die Ruhephase. Der Ausfall beginnt laut Fachliteratur meist etwa drei Monate nach dem Auslöser, manchmal schon nach einem, manchmal erst nach sechs Monaten.[4]

Was das bedeutet: Wer im Januar mit der Spritze beginnt und im Frühjahr schnell abnimmt, bemerkt den Haarausfall oft erst im Sommer. Viele bringen ihn deshalb gar nicht mit dem eigentlichen Auslöser in Verbindung oder glauben, die aktuelle Dosis sei schuld.

Mögliche Auslöser unter der GLP-1-Therapie

Als typische Auslöser eines telogenen Effluviums gelten unter anderem Crash-Diäten, eine geringe Eiweißzufuhr und Eisenmangel.[4] Genau diese Faktoren können unter der Spritze zusammenkommen, wenn der Appetit stark sinkt. Die Autorinnen und Autoren der BMJ-Studie nennen als mögliche Erklärungen schnellen Gewichtsverlust, einen Mangel an Eisen oder Zink sowie hormonelle Veränderungen und betonen, dass dazu weitere Forschung nötig ist.[3] Auch eine große Datenbank-Auswertung, die 2025 auf dem EADV-Kongress vorgestellt wurde, fand unter GLP-1-Medikamenten ein erhöhtes Risiko für ein telogenes Effluvium.[5]

Gibt es Unterschiede zwischen Ozempic, Wegovy und Mounjaro?

Direkte Vergleichsstudien zum Haarausfall zwischen Semaglutid und Tirzepatid gibt es bisher nicht. Die Zahlen aus den Zulassungsstudien stammen aus unterschiedlichen Studienprogrammen und lassen sich nicht eins zu eins vergleichen.[1][2] Auch die EADV-Befragung hat GLP-1-Medikamente als Gruppe betrachtet.[6] Plausibler als der einzelne Wirkstoff ist nach heutigem Stand, wie schnell und wie stark jemand abnimmt.

Neue Daten 2026: Kopfhaut und Nagelablösung unter GLP-1

Auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) wurden im Herbst 2026 zwei Auswertungen derselben Befragung vorgestellt: eine zu Nägeln, eine zu Haaren und Kopfhaut.[6][7] Sie sind bisher Kongressbeiträge und noch nicht vollständig in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.

So wurde die Befragung gemacht

Befragt wurden 575 Menschen, die GLP-1-Medikamente anwendeten, und als Vergleich 1.329 Menschen mit Typ-2-Diabetes und/oder Adipositas mit einem BMI ab 30, die diese Medikamente nie bekommen hatten. Sie kamen aus Frankreich, den USA, Brasilien und Mexiko. Die Therapie lief im Mittel 18,5 Monate.[6] Alle haben selbst angegeben, welche Veränderungen ihnen aufgefallen waren; Hautärztinnen haben Nägel und Kopfhaut dafür nicht untersucht.[8]

EADV-Befragung 2026: Haare, Kopfhaut und Nägel (Selbstauskunft)
VeränderungMit GLP-1Vergleichsgruppe
Ungewöhnlich starker Haarausfall oder Kopfhautbeschwerden50,4 %33,5 %
Haarausfall, der nach Therapiebeginn einsetzte26,1 %11,6 %
Weniger Haarvolumen oder -dichte42,4 %19,3 %
Mindestens eine Nagelveränderung66,3 %52,8 %
Nagelablösung39,3 %8,7 %
Verfärbte Nägel45,6 %17,0 %

Was das bedeutet: Auch in der Vergleichsgruppe ohne Medikament berichtet jede dritte Person von auffälligem Haarausfall und mehr als die Hälfte von irgendeiner Nagelveränderung. Solche Beschwerden sind bei Menschen mit Adipositas oder Typ-2-Diabetes also ohnehin verbreitet. Aussagekräftiger ist die Zeile zum Haarausfall, der erst nach Therapiebeginn anfing: Hier liegt die GLP-1-Gruppe gut doppelt so hoch.

Die Kopfhaut als neuer Hinweis

Neu an den EADV-Daten ist der Blick auf die Kopfhaut. Haarausfall trat bei den GLP-1-Anwenderinnen und -Anwendern selten allein auf, sondern meist zusammen mit Juckreiz, Rötung oder Schuppung. Gerötete Kopfhaut wurde etwa dreimal so häufig angegeben.[6][8] Die Forschenden vermuten deshalb eine entzündliche Komponente, die über das klassische telogene Effluvium hinausgehen könnte. Außerdem blieben die Unterschiede bestehen, als nur Menschen verglichen wurden, die abgenommen hatten – der Gewichtsverlust allein scheint das Bild also nicht vollständig zu erklären.[7][8]

Was die Befragung nicht beweisen kann

Die Studie ist eine Momentaufnahme und beruht auf Selbstauskunft. Sie zeigt, dass Beschwerden gemeinsam häufiger vorkommen, aber nicht, dass das Medikament sie verursacht – das betonen die Forschenden selbst.[8] Etwa die Hälfte der Befragten mit GLP-1 hatte schon vor der Therapie Nagelprobleme; nach Berücksichtigung von Hauterkrankungen und Nährstoffmängeln wurden die Unterschiede kleiner, blieben aber bestehen.[6] Wer unter einer neuen Therapie seinen Körper genauer beobachtet, bemerkt zudem eher kleine Veränderungen. Die Forschenden halten die Veränderungen meist für harmlos und raten ausdrücklich davon ab, eine wirksame Therapie deshalb eigenmächtig abzubrechen.[8]

Wie lange dauert Haarausfall durch die Abnehmspritze und wachsen die Haare nach?

Beim akuten telogenen Effluvium dauert der verstärkte Haarausfall meist weniger als sechs Monate. Bis neue Haare sichtbar nachwachsen, braucht es Geduld: Das Wachstum kann bis zu sechs Monate brauchen, um wieder in Gang zu kommen, und bis die frühere Fülle zurück ist, vergehen oft mehrere Monate bis ein Jahr.

Der typische Verlauf

Die Fachliteratur beschreibt für das akute telogene Effluvium eine gute Prognose: Die Haardichte erholt sich in aller Regel, weil die Haarwurzeln intakt bleiben.[4] Typisch ist ein diffuses Ausdünnen über den ganzen Kopf, keine kahlen, runden Stellen. Viele bemerken nach einigen Monaten kurze, nachwachsende Haare am Haaransatz – ein gutes Zeichen, auch wenn das Gesamtbild noch dünn wirkt.

Was das bedeutet: Wenn du nach vier Wochen noch keine Besserung siehst, hast du nichts falsch gemacht. Haare wachsen im Schnitt nur etwa einen Zentimeter im Monat. Was du heute für dein Haar tust, siehst du frühestens in einigen Monaten.

Was die Forschung noch nicht weiß

Wie lange der Haarausfall unter GLP-1-Medikamenten genau anhält und ob er sich nach dem Absetzen vollständig zurückbildet, ist nicht systematisch untersucht. Die Autorinnen und Autoren der BMJ-Studie nennen fehlende Angaben zu Schweregrad, Dauer und Rückbildung ausdrücklich als Grenze ihrer Arbeit.[3] Für den mit Kopfhautbeschwerden verbundenen Haarausfall aus den EADV-Daten planen die Forschenden Studien, die Menschen ab Therapiebeginn begleiten und Haut und Blutwerte standardisiert untersuchen.[8]

Was hilft bei Haarausfall unter der Abnehmspritze?

Ein Wundermittel gegen ein telogenes Effluvium gibt es nicht. Gegen Haarausfall unter der Abnehmspritze hilft vor allem, die Ursachen ernst zu nehmen. Du kannst aber einiges tun, damit dein Körper gut versorgt ist und Auslöser erkannt werden.

Genug essen und Eiweiß im Blick behalten

Haare bestehen zum größten Teil aus Keratin, einem Eiweiß. Wenn die Spritze den Appetit stark dämpft, rutschen manche unbemerkt in ein sehr großes Kaloriendefizit. Eine geringe Eiweißzufuhr gilt als bekannter Auslöser für Haarausfall.[4] Plane deshalb trotz kleiner Portionen in jeder Mahlzeit eine Eiweißquelle ein. Wie viel Eiweiß bei aktiver Abnahme diskutiert wird und wie das auf dem Teller aussieht, erklären wir ausführlich im Beitrag über Ernährung und Eiweiß unter GLP-1; eine Spanne für dein Gewicht zeigt dir der Eiweiß-Rechner von LEVYRA.

Das Tempo der Abnahme beobachten

Schneller Gewichtsverlust ist einer der wichtigsten Auslöser.[3][4] Das heißt nicht, dass du langsamer abnehmen musst – aber es lohnt sich zu wissen, wie schnell es gerade geht. Wie du dein Tempo in Kilo und Prozent pro Woche ausrechnest, steht im Artikel dazu, wie man die Gewichtsabnahme pro Woche berechnet. Wird es sehr schnell, ist das ein Thema für die Praxis, nicht für Selbstexperimente mit der Dosis.

Sanft mit Haaren und Kopfhaut umgehen

Solange die Haare vermehrt ausfallen, helfen ein paar einfache Dinge: keine straff gebundenen Frisuren, wenig Hitze beim Föhnen und Glätten, ein milder Shampoo-Rhythmus und ein grobzinkiger Kamm. Das stoppt das Effluvium nicht, verhindert aber, dass zusätzlich Haare abbrechen. Juckt, rötet oder schuppt die Kopfhaut, ist das nach den EADV-Daten ein Hinweis, den du gezielt ansprechen solltest, denn eine entzündete Kopfhaut lässt sich hautärztlich untersuchen und behandeln.[8]

Nahrungsergänzungsmittel erst nach dem Befund

Eisen- und Zinkmangel werden als mögliche Mitursachen diskutiert.[3] Bei Verdacht auf Eisenmangel gehören laut Fachliteratur Blutbild, Eisenwerte und Ferritin zur Abklärung, bei Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion auch ein Schilddrüsenwert.[4] Hochdosierte Präparate auf Verdacht, etwa mit Biotin, sind keine verlässliche Lösung und können manche Laborwerte verfälschen. Ein Mangel lässt sich nur sinnvoll ausgleichen, wenn er tatsächlich festgestellt wurde – und in welcher Menge, entscheidet die Praxis.

Wann zum Arzt? Warnzeichen bei Haarausfall und Nagelveränderungen

Ein leichter, diffuser Haarausfall unter der Abnehmspritze, der einige Monate nach dem Therapiestart beginnt, ist häufig und meist harmlos. Es gibt aber Situationen, die du nicht einfach aussitzen solltest.

Diese Anzeichen gehören in die Praxis

  • Der Haarausfall hält länger als sechs Monate an oder wird immer stärker.
  • Es entstehen kahle, runde Stellen oder du verlierst Haare büschelweise.
  • Die Kopfhaut juckt, brennt, ist dauerhaft gerötet, schuppt stark oder schmerzt.
  • Ein Nagel löst sich großflächig ab, schmerzt, ist geschwollen, eitert oder verfärbt sich dunkel und streifenförmig.
  • Es kommen weitere Beschwerden dazu, etwa starke Müdigkeit, Frieren, Herzklopfen oder Blässe.

Hinter solchen Zeichen können andere Ursachen stecken, zum Beispiel eine Schilddrüsenerkrankung, ein deutlicher Eisenmangel, eine kreisrunde Form des Haarausfalls oder bei den Nägeln ein Pilz oder eine Schuppenflechte.[4][8] Eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann das unterscheiden und gezielt behandeln. Welche Nebenwirkungen unter Tirzepatid sonst noch ärztlich abgeklärt werden sollten, fasst unser Überblick zu Nebenwirkungen und Warnzeichen unter Mounjaro zusammen.

So bereitest du das Gespräch vor

Haare und Nägel verändern sich langsam, und aus dem Gedächtnis lässt sich schwer sagen, seit wann der Pferdeschwanz dünner wird. Mach alle paar Wochen ein Foto von Scheitel und Nägeln bei gleichem Licht und notiere Gewicht, Dosis und Auffälligkeiten. Wer das in einem Tagebuch zur GLP-1-Therapie festhält, kann im Termin zeigen, dass der Haarausfall zum Beispiel drei Monate nach der schnellsten Abnahmephase begann. Mit der Checkliste fürs Arztgespräch stellst du dir die passenden Fragen in zwei Minuten zusammen.

Bitte nicht eigenmächtig absetzen

Haarausfall ist ein verständlicher Grund zur Sorge, aber kein Grund, eine wirksame Behandlung auf eigene Faust zu beenden. Das betonen auch die Autorinnen und Autoren der EADV-Studien.[8] In den Zulassungsstudien zu Tirzepatid hat niemand die Behandlung wegen Haarausfalls abgebrochen.[1] Wenn dich der Haarausfall stark belastet, sprich das offen an – gemeinsam lässt sich klären, ob Ernährung, Blutwerte oder das Tempo der Abnahme angepasst werden sollten. Wie andere in der Community mit Haaren und Nägeln unter der Spritze umgehen, liest du im ausführlichen Forenbeitrag zu Nägeln und Kopfhaut.

Haarausfall und Nägel bei Diabetes: worauf du zusätzlich achten solltest

Die BMJ-Studie hat ausschließlich Erwachsene mit Typ-2-Diabetes untersucht, die EADV-Befragung Menschen mit Typ-2-Diabetes und/oder Adipositas.[3][6] Für Menschen mit Typ-1-Diabetes gibt es dazu keine Daten; GLP-1-Medikamente sind für Typ-1-Diabetes in der EU nicht zugelassen, ein Einsatz wäre off-label.

Nägel an den Füßen ernst nehmen

Bei Diabetes verdienen Veränderungen an den Fußnägeln besondere Aufmerksamkeit, weil kleine Verletzungen dort bei verminderter Empfindung schlechter bemerkt werden. Ein abgelöster oder verfärbter Fußnagel sollte deshalb nicht einfach abgewartet, sondern bei der nächsten Fußkontrolle gezeigt werden – bei Rötung, Schwellung oder offenen Stellen auch früher.

Blutwerte gemeinsam betrachten

Wer wegen Typ-2-Diabetes ohnehin regelmäßig Blut abnehmen lässt, kann die Kontrolle nutzen, um nach Eisenwerten und, je nach Beschwerden, nach weiteren Werten zu fragen.[4] Sag dabei ausdrücklich, dass dir Haar- oder Nagelveränderungen aufgefallen sind, denn nicht jeder Wert ist automatisch Teil der Routine. Wer mit der Abnahme auch Muskelmasse verliert, sollte zusätzlich auf Bewegung und Eiweiß achten – mehr dazu im Beitrag zum Muskelerhalt beim Abnehmen.

Fazit: Haarausfall unter der Abnehmspritze ist häufig, meist vorübergehend und kein Grund zur Panik

Haarausfall unter der Abnehmspritze gehört zu den bekannten Nebenwirkungen von Mounjaro, Wegovy und Ozempic. In den Zulassungsstudien betraf er wenige Prozent der Behandelten, in Befragungen geben deutlich mehr Menschen auffälligen Haarverlust an.[1][2][6] In den meisten Fällen steckt ein telogenes Effluvium nach schnellem Gewichtsverlust dahinter, das sich zurückbildet.[4]

Das Wichtigste in drei Sätzen

Achte auf genug Eiweiß und eine ausgewogene Ernährung, auch wenn der Appetit klein ist. Halte Veränderungen an Haaren, Kopfhaut und Nägeln mit Datum fest und lass mögliche Auslöser wie Eisenmangel ärztlich prüfen. Setze die Therapie nicht eigenmächtig ab, sondern entscheide gemeinsam mit deiner Praxis, wie es weitergeht.

HÄUFIGE FRAGEN

Häufige Fragen

Fallen mir unter Mounjaro die Haare dauerhaft aus?

In den allermeisten Fällen nicht. Der typische Haarausfall nach schneller Gewichtsabnahme ist ein telogenes Effluvium, bei dem die Haarwurzeln erhalten bleiben. Die Haare wachsen deshalb in der Regel nach, auch wenn das einige Monate dauert. Kahle Stellen oder anhaltender Haarausfall gehören in hautärztliche Hände.

Ab wann fallen die Haare unter der Abnehmspritze aus?

Häufig etwa drei Monate nach dem Auslöser, also nach der Phase, in der besonders schnell abgenommen wurde. Manchmal beginnt es schon nach einem, manchmal erst nach sechs Monaten.

Hilft Biotin gegen den Haarausfall?

Ohne nachgewiesenen Mangel gibt es keinen verlässlichen Beleg dafür. Hoch dosiertes Biotin kann außerdem bestimmte Laborwerte verfälschen. Sinnvoller ist es, mögliche Mängel wie Eisenmangel ärztlich prüfen zu lassen und auf genug Eiweiß zu achten.

Sollte ich die Dosis senken, wenn die Haare ausfallen?

Bitte nicht eigenmächtig. Ob eine Anpassung der Therapie sinnvoll ist, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Oft reicht es, Ernährung und Blutwerte zu prüfen und Geduld zu haben.

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